Schüllarhammer 1

Schüllarhammer 1

Sägemüller
Schüllarhammer 1

Besitzerfolge

1. Johann Daniel Dreisbach *05.03.1797 Berghausen +18.05.1849 Schüllarhammer
⚭ 15.01.1831 Sophie Friederike Castriglus *11.04.1811 Schüllar +19.10.1880 Schüllarhammer
Lehrer in Schüllar und Wemlighausen

2. Georg Philipp Harth *15.07.1836 Arfeld +11.05.1877 Schüllarhammer
⚭ 15.03.1868 Sophie Katharina Dreisbach *16.04.1837 Schüllar +21.11.1909 Schüllarhammer
Mühlenpächter

3. August Harth *16.05.1870 Schüllar +19.09.1950 Schüllarhammer
⚭ 04.08.1904 Luise Althaus *22.05.1883 Wemlighausen +03.02.1966 Schüllarhammer
Fürstlicher Mühlenpächter

4. Wilhelm Grauel *12.05.1905 Wemlighausen +30.07.1993 Schüllarhammer
⚭ 28.02.1930 Luise Henriette Harth *11.01.1907 Schüllarhammer +1993
Gelernter Schmied, später Müllermeister

5. Helmut Grauel *28.04.1942 Schüllarhammer +13.09.2020
⚭ 13.05.1966 Herta Feige *05.05.1945 Teiche

Die (Vor-)Geschichte der Hammermühle

Auch in den Wittgensteiner Bergen begannen die Menschen früh, Erze zu graben und zu verhütten.
Während die Siegerländer Eisengewinnung um ca. 400 v. Chr. begann, wird angenommen, dass um 800 n. Chr. auch in Wittgenstein Erze gewonnen wurden.

1571 erhielt Hans Rothandt die Erlaubnis, auf der Dudenösse (vermutlich am Dödesberg) einen hohen Ofen zu errichten. Schlackefunde belegen eine frühe Eisenverhüttung.
Da man im 15. Jahrhundert bereits die Schmelztemperatur von Eisen erreichen konnte (1505 °C), wurden vermutlich auch dort Pötte und Ofenplatten gegossen.

1578 ließ Graf Ludwig die Schmelzhütte durch eine Gießhütte unterhalb von Wemlighausen ersetzen. Aus Belehnungsurkunden geht hervor, dass dem Grafen
stets besonders die Schonung der Wälder am Herzen lag.

„Die ersten Wittgensteiner Hüttenleute durften nur einheimische Erze verwenden.
Der Graf behielt sich vor, die Hütten einzugehen zu lassen, wenn die Erze untauglich
wären oder Kohlenholz fehlte.“

— Wittgenstein I

Hütte und Hammer zu Schüllar werden 1602 zuletzt gemeinsam erwähnt. Später erscheint nur noch das Hammerwerk. Die Pächter durften nun Roheisen einkaufen und das geschmiedete Eisen verkaufen.
Der Betrieb hatte jedoch immer wieder Schwierigkeiten, lag während des Dreißigjährigen Krieges zeitweise still und wurde später erneut aufgebaut.

Schließlich kaufte Graf Christian Ludwig zu Waldeck und Pyrmont den Schüllarschen Hammer, hauptsächlich wegen der Kohle, die er für die Eisengewinnung benötigte.
1698 wurden 228 Wagen Holzkohle abgefahren, 1699 sogar 422.

Durch unkorrekte Geschäftsführung entstanden Schulden und Streitigkeiten. 1701 brannte der Hammer nieder. Danach folgte eine schwierige Phase mit Pächterwechseln, Konkurs und jahrelangen Verhandlungen.

1708 erhielt Valentin Böttger zunächst den Zuschlag, konnte ihn aber nicht bezahlen. Der Hammer kam daraufhin in den Besitz des Hofmeisters Felix Hannibal Würsing, der ihn für 260 Rthlr. an Dr. Joh. Hartmann Steuber verkaufte. 1712 übernahm Graf Casimir die Anlage und setzte Elmershausen Bärenfänger als Schmied ein – unter ihm wurde sogar Falschmünzerei betrieben.

Bis 1850 blieb der Hammer in gräflicher Verwaltung. Danach lohnte sich der Betrieb nicht mehr – der Hammer wurde zur Mühle umgebaut.

Die Hammermühle im 20. Jahrhundert

Die „Hammermühle“ wurde vom Wasser zweier Mühlgräben gespeist: der Odeborn und dem Marienwasser. Zwei Wasserräder trieben Mahlmühle und Sägemühle (Horizontalgatter) an.

1984 wurde der Betrieb der Mahlmühle eingestellt. Die Wasserräder wurden entfernt und eine Wasserturbine zur Stromerzeugung eingebaut. Der Strom wurde für die Sägemühle genutzt, Überschüsse ins Netz eingespeist. Auch die Sägemühle verstummte schließlich.

Nach dem Rückbau der Sägemühle wurden die Gebäude 2005 an Marco Koch verkauft.  Auf dem ehemaligen Holzlagerplatz befindet sich heute ein Reitplatz.

Änderung vorschlagenLetzte Aktualisierung am 30. November 2025.