Dickeladolfs (Dickels)
An der Lindenstraße 10 · frühere Haus-Nr. 79a
Baujahr: 1906
Erbauer: Adolf Dickel sen.
Besitzer- und Familienfolge
I. Adolf Dickel sen.
Adolf Dickel sen.
* 03.08.1890 in Knöppers † 28.01.1976 in Dickels
oo 20.12.1912
Friederike Wilhelmine „Rick“ Wahl
* 25.11.1893 in Matthais † 17.04.1975 in Dickels
Kinder:
27.01.1913 Adolf, siehe II (oo 1935 Elisabeth Spies aus Schoppe)
07.01.1920 Erich, † 07.08.1941 gefallen in Salla, Finnland
II. Adolf Dickel jun.
Adolf Dickel jun. (Schuster)
* 27.01.1913 † 25.07.1974
Sohn von I
oo 1935
Elisabeth Spies
* 20.02.1916 in Schoppe † 2002 in Dickels, Wemlighausen
2 Kinder:
13.12.1935 Christel, oo 1959 Wilhelm Gustav Frank (* 19.05.1935, Fischelbach)
2 Kinder: Ulrich Hermann (* 15.01.1960), Annette (* 07.04.1965)
08.06.1948 Erich Adolf, siehe III (oo 1968 Gertrud Hansmann, Berleburg)
III. Erich Adolf Dickel
Erich Adolf Dickel (kaufm. Angestellter)
* 08.06.1948 † 08.06.1979 in Marburg (Nierenleiden)
Sohn von II
oo 1968
Gertrud Hansmann
* 17.07.1949 in Berleburg
2 Kinder:
1969 Ralf – zog aus, heiratete, 2 Söhne Tim & Jannis; wohnt in Eppenrod, Berufsschullehrer in Limburg
1977 Anja – Ausbildung zur Intensivkrankenschwester, lebt mit Mann in Ratingen
IV. Gertrud Dickel-Lübke
Gertrud Dickel , Hansmanns
* 17.07.1949 in Berleburg
2. Ehe oo 1986 mit Horst Lübke.
1 Tochter:
1986 Julia – Lehrerin in Sundern am Gymnasium, lebt mit Mann in Arnsberg
Heutige Bewohner
Das Haus wurde 2025 verkauft. Die Familie Lübke zog nach Arnsberg in die Nähe der Tochter.
Hausgeschichte (erzählt von Gertrud Dickel-Lübke)
Seit meiner Vermählung mit Erich Dickel 1968 wohne ich in Wemlighausen, „An der Lindenstraße 10“ (damals noch Hausnummer 79 a). Wir lebten dort in einem Viergenerationenhaushalt bestehend aus Erichs Großeltern, meinen Schwiegereltern, Erich und mir sowie unserem Sohn Ralf, der 1969 geboren wurde. Nach und nach wurde das Haus umgebaut, so dass wir als kleine Familie unseren eigenen Bereich hatten.
1977 kam dann unsere Tochter Anja zur Welt.
Erichs Großeltern waren Adolf sen. (geb. 1890, gest. 1976) und Friedericke Dickel, geb. Wahl (geb. 1893, gest. 1975).
Adolf sen. hatte das Maurerhandwerk bei der Firma Aderhold in Wemlighausen erlernt, wo er bis zum Rentenalter tätig war. Ganz stolz berichtete er öfter, dass er dieses Haus 1906 selbst gebaut habe. Ich nehme an, dass auch seine Eltern hier wohnten.
Die Großeltern hatten 2 Söhne, Adolf jun. und Erich, der im Sommer 1944 in Salla in Finnland im Krieg durch einen Lungensteckschuss schwer verletzt wurde und dort in einem Lazarett im Alter von nur 21 Jahren verstorben ist. Er wurde dort auf einem Soldatenfriedhof beerdigt. Seine Eltern haben sehr darunter gelitten. Ein großer Wunsch von ihnen war es, das Grab ihres Sohnes zu besuchen. Leider ist dieser Wunsch nie in Erfüllung gegangen. Bis zu deren Tod hing im Wohnzimmer ein sehr großes Bild von ihm mit Trauerflor. Zu Weihnachten wurde neben den anderen weißen Kerzen am Weihnachtsbaum immer eine dicke rote Kerze in Gedenken an ihn angezündet.
Kennengelernt habe ich auch noch Adolf sen. Schwester Alwine. Sie hatte schon sehr früh das Haus verlassen und lebte in Düsseldorf. Trotz ihres schweren Schicksals, auf das ich nicht näher eingehen will, war sie eine sehr lebensbejahende Frau. Jedes Jahr im Sommer kam sie zu Besuch und brachte jede Menge rheinische Fröhlichkeit mit. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie bei ihrer Enkelin Helga im Schwarzwald.
1975 starb Friedericke. Bei den Vorbereitungen anlässlich ihrer Beerdigung stellten wir fest, dass ihr amtlich eingetragener Vorname Wilhelmine war, sie aber von Geburt an Rick genannt wurde.
Meine Schwiegereltern waren Adolf jun. (geb. 1913, gest. 1974) und Elisabeth Dickel, geb. Spies (geb. 1916, gest. 2002). Beide hatten 2 Kinder, Christel und Erich. Adolf jun. hatte das Schuhmacherhandwerk bei der Schusterei Althaus in der Schulstraße in Berleburg erlernt. Später eröffnete er einen kleinen Handwerksbetrieb an der Lindenstraße 10, wo er überwiegend Schuhe reparierte, aber auch auf Wunsch nach Maß anfertigte. 1963 erweiterte er das Geschäft und verkaufte zusätzlich Schuhe. Ein Schaufenster wurde ebenso eingerichtet. Schuhe und Leder bezog er durch den Lederwarengroßhändler Frank in Fischelbach.
Auf diese Weise lernte meine Schwägerin Christel ihren Mann Wilhelm Frank kennen. Beide heirateten und leben in Fischelbach.
In der kleinen Werkstatt fanden viele Begegnungen statt. Es wurde viel geredet und so manche Ereignisse aus dem Dorfleben diskutiert. Alle Geburtstage, Jubiläen, Hochzeiten und Taufen usw. wurden in diesem Haus groß gefeiert. Es wurde viel gebacken, gekocht und – getrunken! Dabei viel gesungen und Anekdoten erzählt, aber manchmal auch geweint.
Neben dem Schuhgeschäft wurde noch bis 1969 eine kleine Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben.
Nach dem Auflösen der Landwirtschaft arbeitete Adolf jun. dann bei der Firma Keune und Lauber und kümmerte sich um seinen kleinen Handwerksbetrieb, der dann nach seinem plötzlichen Tod 1974 aufgelöst werden musste.
Erich machte beim Edeka-Großhandelsmarkt, damals in der Bahnhofstraße, eine Ausbildung zum Industriekaufmann und wechselte ca. 1972 zur Firma Keune & Lauber. Schon sehr bald bekam er eine schwere Nierenerkrankung und musste dialysiert werden. Zwei Nierentransplantationen konnten ihm nicht helfen. Er starb nach langer, schwerer Krankheit 1979 an seinem 31. Geburtstag.
1986 heiratete ich Horst Lübke und wir bekamen unsere Tochter Julia.
Gemeinsam mit meiner Schwiegermutter Elisabeth und meinen Kindern Ralf und Anja lebten wir weiter im Haus an der Lindenstraße 10.
Nach seiner Ausbildung und seiner Bundeswehrzeit zog Ralf aus, heiratete und bekam 2 Söhne, Tim und Janis. Er wohnt jetzt in Eppenrod (Rheinland-Pfalz) und arbeitet in Limburg als Berufsschullehrer. Anja machte eine Ausbildung zur Intensivkrankenschwester und lebt jetzt zusammen mit ihrem Mann in Ratingen. Julia arbeitet als Lehrerin in Sundern am Gymnasium und lebt mit ihrem Mann in Arnsberg.
Derzeit leben Horst und ich weiter an der Lindenstraße. Im August 2022 zog unser Enkel Tim, der ein duales Studium macht, ein. Von hier aus kann er seinen neuen Arbeitsplatz gut erreichen.
Übrigens: Ich bin Gertrud Dickel-Lübke, eine Matze!! Was auch immer das zu bedeuten hat, ist eine andere Geschichte!
Text: Gertrud Dickel-Lübke

