


Kutschers – Schulze
Am Bergesweg 3
Besitzerfolge
1. Kaspar Grauel
*~1540
2. Engelbert Grauel
*~1574
3. Christian Birkelbach
*~1522 + vor 1627
oo vor 1622
Maria NN
*~1597 + 1686
(Käufer oder Neuvergabe durch die Obrigkeit)
4. Johannes Womelsdorf
*~1597 + 1674
oo 1627
Maria NN
*~1597 + 1686 s. 3.
5. Reinhard Dickel
*~1615 + 1674
oo 1645
Agnes Birkelbach
*1627 +~ 1661 T.v. 3.
6. Johann Reinhard Dickel
*1653 + 1729
oo 1676
Anna Katharina Keller
*~1654 + 1724
7. Johann Christian Dickel
*1688 + 1770
oo 1703
Anna Maria Spies
*1694 + 1775
8. Johann Philipp Dickel
*~1727 + 1781
oo 1752
Maria Luise Homrighausen
*1731 + 1786
9. Johann Philipp Heinrich Dickel
*1753 + 1817
oo 1777
Magdalene Christine Sommer
*1751 + 1829
10. Johann Philipp Dickel
*1778 + 1848
oo 1811
Anna Katharina Kroh
*1789 + 1819
oo 1820
Maria Gertrud Kroh
*1798 +
11. Johann Philipp Matthias Ludwig Dickel
oo 04.02.1842
Elisabeth Gertraud Womelsdorf
* 25.01.1815 + 04.12.1898
*08.03.1820 Schüllar + 02.12.1870
12. Christian Harth
* 09.01.1841 Arfelder Hammer + 07.01.1906
oo 18.11.1866
Luise Wilhelmine Dickel
* 15.04.1844 + 16.12.1923
13. Christian Harth
* 28.04.1867 + 16.06.1937
oo 27.11.1892
Emilie Homrighausen
* 04.09.1869 Dambach + 25.04.1954
14. Karl Harth
* 21.04.1892 + 31.05.1962
oo 21.05.1922
Bertha Koch
* 22.07.1899 Wingeshausen + 16.08.1977
15. Karl Heinrich Harth
* 13.12.1931 + 29.10.2019
oo 10.08.1952
Luise Johanna Grauel
* 20.02.1931 Schüllarhammer
Kinder: Karl-Willi, Henning
16. Karl-Willi Harth
* 11.12.1952
oo 23.05.1975
Marita Stöcker
* 19.04.1953 Wingeshausen + 2007
Kinder: Maren; Thorsten
17. Thorsten Harth
* 21.11.1981
oo 24.08.2013
Annette Treude
* 26.02.1975 Bad Berleburg
Kinder: Emilia; Louis; Carl
Das Haus hieß gegen Ende des 17. Jahrhunderts Kutschers – nach dem Beruf des Johannes Womelsdorf. Im 18. Jahrhundert waren vier Schultheißen Dickel (7 – 10) die Ursache für einen anderen Hausnamen.
Der Christian Birkelbach (3) kann in Schüllar nicht direkt nachgewiesen werden. Da aber seine Tochter Agnes und nicht das älteste Kind von Johannes Womelsdorf den Hof erbt, muss Birkelbach hier eingeordnet werden. Es sei denn, Birkelbachs Frau Maria wäre Erbtochter von Engelbert Grauel gewesen. Über sie liest man im Sterberegister Berleburg: „Anno 1686. Den Xbr. Uf den Odeborns Kirchhoff begraben Maria, Johannis Womelsdorffs seel. Nachgelaßene Witwe. Ist alt gewesen an die Hundert jahr, etliche vermuthen und meinen, drüber.“
In den Abgabenregistern kommt Christian Dickel nicht oft vor, weil er als Schultheiß von einigen Steuern und Gebühren befreit war.
Während des Dreißigjährigen Krieges sind einzelne Berleburger Bürger in die umliegenden Dörfer ausgewichen. Dazu gibt es im Bürgerbuch den folgenden Aktenvermerk, in dem auch Reinhard Dickel genannt wird: „Zu wissen, obwohlen vor diesem bei guten friedenszeiten diejenige burgere oder burgerskinder, so auf die dörfer verheiratet worden, da es ihnen beliebig gewesen , mit 2 albus jährlichs dem burgermeistern rechnung zu liefern, ihr burgerliche gerechtigkeit also erhalten, daß sie entweder selbsten oder ihr kinder heut oder morgen auf zutragende fälle ohne burgergelt wieder uffgenommen worden, dieweilen aber durch das leidige 30jährige kriegswesen alle gemeine stattbaue, stattmauern und andere sachen so baufellig und ruinirt worden, daß viele uncosten anzuwenden, zu geschweigen, was an wegen und stegen, auch brücken zu erbauen nöttig, als seindt diejenige, nemlich Peter zu Wemelkhausen, Hans Georg Wahl daselbsten, Reinhart Dickel zu Schülar, Georg Stremmel daselbsten, Bartol Kaufmans dochter Liesbeth zu Girkhausen, item Johannes Althausens anhero citirt und dahin gehandelt worden, daß jeder des jars der statt mit 6 albus zu allem zu steuer kommen wollte, doch sollte jedwedere freystehen, sein hiermit erlangtes recht zu anfang jedes jars aufzukündigen. So zu guter nachricht anhero in presentia samptlicher senatoren notirt worden “
Ob die Erbfolge bei den Dickels immer den ungeschriebenen Regeln entsprach, muss bezweifelt werden. Johann Reinhard (6) ist das vierte Kind seiner Eltern, Christian (7) und Philipp (8) jeweils das sechste. Übergangen wurden – in der Summe – drei Söhne und sechs Töchter; früh gestorben waren drei Kinder; ein Fall ist unklar. Da die Grafen als Landes- und Lehnsherren nach Gutdünken entscheiden konnten und auch niemanden Rechenschaft schuldig waren, lässt sich konkret nichts beweisen. War die Eignung zum Schultheißenamt ein Kriterium?
Heute ist nicht mehr die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle. Denn Luise und Karl-Heinrich Harth gründeten die Firma Holz-Harth. Es wurden Maschinen angeschafft, die die Waldarbeit übernahmen und die Muskelkraft größtenteils ersetzten. Die Technik hielt also auch im Wald Einzug. Im Laufe der Zeit wurden die eingesetzten Maschinen größer und leistungsstärker und ersetzen heute fast vollständig die Handarbeit. Thorsten führt den Betrieb nun in der dritten Generation weiter.
