Unter der Kirche 4

Unter der Kirche 4

Die Alte Schule wurde 21. 10. 1838 als Kirche und Schule eingeweiht. 

Familie Günter & Edith Wahl

ehemals – „Alte Schule“
Unter der Kirche 4

Heute wohnen im Haus Günter Wahl * 04.02.1950, Steuerberater, Rentner, Sv Georg Heinrich & Ella Wahl geb. Dörnbach, oo 23.05.1975 Edith Wahl geb. Homrighausen * 25.09.1952, Krankenschwester, Rentnerin, geboren in Hatzfeld, 2 Kinder: 03.11.1979 Philipp Wahl und 08.04.1981 Christina Wahl † 28.09.1999, außerdem Irena Walesch * 4.3.1963.

Fotos: Ausschnitt einer Postkarte, Verlag Kriegel, Oberndorf, Sammlung Rainer Wolff / Ingrid Hollinde

Chronik von Philipp Wahl zur Entstehung des Gebäudes und der früheren Nutzung als Schule, Kapelle und Gemeindehaus

(Die Daten finden sich auszugsweise auch in den Artikeln der Kirchen- und der Schulgeschichte wieder)

  • 1813 Schüllar und Wemlighausen erhalten erstmals einen vorgebildeten Lehrer: Johann Daniel Dreisbach aus Berghausen, geboren am 5. März 1797.
  • 1826 Am 12. September stirbt Ludwig Christian Schaefer, Sohn des Kaufmanns und Berleburger Bürgermeisters Johann Daniel Schaefer. Er vermacht 1425 Gulden zum Bau eines Schulhauses für beide Gemeinden. Bedingung: Es soll „auf der Höhe zwischen Schüllar und Wemlighausen“ errichtet werden.
  • 1833 Schüllar und Wemlighausen streiten über den Standort, auch weil es keine Brücke über die Odeborn gibt. Fürst Albrecht zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg moderiert ein Krisengespräch. Eine Kommission entscheidet sich für den im Testament bestimmten Platz auf der „Höhe“.
  • 1834 Heinrich Kemper zu Schüllarhammer verkauft besagtes Grundstück.
  • 1836 Der Grundstein mit Urkunde in einer versiegelten Flasche wird am 15. Juni im Beisein des Prinzen Franz August Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg gelegt.
  • 1837 Die Königlich Preußische Regierung genehmigt den Abbruch der jahrhundertealten Odebornskirche in Berleburg. Beim Schulbau verwendet Bauunternehmer Kemper wohl Holz und Dachschiefer der Berleburger Kirchenruine.
  • 1839 Einweihung am 21. Oktober durch Superintendant Kneig im Beisein des Fürsten und der Fürstin. Fortan findet alle 14 Tage ein Gottesdienst in der Kapelle statt. In die Lehrerwohnung zieht Johann Daniel Dreisbach mit seiner Familie. Neben dem großen Schulraum gibt es Wohnzimmer, Schlafzimmer, Vorratskammer, Küche, Stall und Keller.
  • 1845 Einweihung des Friedhofs auf dem Gelände über der neuen Schule am 27. Juni.
  • 1849 Am 18. Mai stirbt Lehrer Johann Daniel Dreisbach. Seine Frau und die vier Kinder ziehen ins „kleine Witwenhaus“ jenseits der Kapelle (heute: Schüllarhammer 6). Schulstelle und Lehrer-Wohnung übernimmt Heinrich Leonhard Hoffmann, der 1888 die Schulchronik beginnt.
  • 1900 Ende Januar stirbt Lehrer Hoffmann. Zwischenzeitlich unterrichtet Heinrich Uhe aus Alertshausen die drei Klassen (161 Schüler). Am 1. Oktober 1901 tritt Otto Hoffmann, Sohn des Verstorbenen H. L. Hoffmann, die erste Lehrerstelle an.
  • 1907 Die Odebornskirche für Schüllar und Wemlighausen wird am 20. Dezember eingeweiht. Die Alte Schule dient fortan nicht mehr als Gottesdiensthaus, nur noch als Schul-/Gemeindehaus.
  • 1909 Die Alte Schule wird Heimat der frisch gegründeten Frauenhilfe Schüllar-Wemlighausen. Alle 14 Tage im Winter hält Pfarrer Koch einen Vortrag im Gemeindehaus vor 60 bis 70 Frauen.
  • 1910 Einweihung des neuen Schulhauses am Schüllarhammer – es findet kein Schulunterricht mehr in der Alten Schule statt.
  • 1911 Friedrich „Fritz“ Böhl (1884–1953), Polizeidiener und später Polizeiwachtmeister, und Luise, geb. Spies (1891–1959) ziehen in die Wohnung der Alten Schule. Ihr Sohn Friedrich Heinrich, genannt Fritz (Sänger, Komponist, Lehrer), wird 1912 in Schüllarhammer geboren. Ihre Tochter Erna Luise wohnte bis 1960 im Haus.
  • 1914 Wittgensteiner Kreisblatt, 1. April: „Ferner soll der Keller, wo früher Gemeindespritzen standen, zu einer Arrestzelle umgebaut werden, wozu das Amt 400 Mt. Bewilligt hat. Bisher war man ohne Arrestzelle ausgekommen.“
  • 1920 Die Alte Schule wird Standesamt. Der Regierungspräsident von Arnsberg stimmt dem Vorschlag der Gemeinden Schüllar und Wemlighausen zu. Standesbeamter wird „Fritz“ Böhl.
  • 1944 Den großen Versammlungsraum nutzt im Krieg die politische Gemeinde, um Möbel Evakuierter unterzustellen. Der Pfarrunterricht wird in der Volksschule gehalten, Frauenhilfe und Gemeindejugend treffen sich im Vorraum der Odebornskirche.
  • 1959 – 1960 Die Kirche verkauft die Alte Schule an „Zainschmieds“. Eigentümer werden die Geschwister Georg Heinrich, Anna Elisabeth und Minchen Wahl aus Wemlighausen.
  • 1960 Lehrerin Ilse Schmitz aus Bonn zieht als Mieterin in die Erdgeschosswohnung.
  • 1961 – 1965 Familie Wahl baut die Alte Schule in ein Wohnhaus um. Weitere Mieter bis Mitte der 1970er Jahre.
  • 1974 Der Glockenturm mit Wetterhahn wird abgerissen.
  • 1975 Einzug der heutigen Hausbesitzer Edith und Günter Wahl ins Obergeschoss.
  • 1979 Steuerberater Günter Wahl eröffnet im Erdgeschoss ein Büro für Steuerberatung.
  • 1991 Restaurierung, An- und Umbau bis 1995.

Foto: Ilse Schmitz (1966)Foto: Philipp Wahl (2024)

Fotos: Ilse Schmitz (1966) / Philipp Wahl (2024)

Änderung vorschlagenLetzte Aktualisierung am 4. Februar 2026.