Schüllarhammer 6

Schüllarhammer 6 - 2025
Schüllarhammer 6 - 1911

Melanie Tiemann – „Haus Hoffmann“
Schüllarhammer 6

Das Haus Hoffmann 2025 und um 1911, vermutlich mit seinen Bewohnern.
(Fotos: Sammlung Philipp Wahl)

Heutige Bewohnerin

Melanie Tiemann
* 07.09.1979
Industriekauffrau, tätig in der Projektverwaltung
Geboren in Bad Berleburg, aufgewachsen in Berghausen/Birkelbach.

Geschichte des Hauses und seiner Bewohner
(zusammengetragen von Philipp Wahl)

Das Haus ist für ältere Einwohner noch heute als „Haus Hoffmann“ oder als Lehrerhaus bekannt.

Die Anfänge – Familie Dreisbach

Lehrer Johann Daniel Dreisbach zog 1839 mit seiner Familie in das neue Schulhaus (heute: Unter der Kirche 4). Als er 1849 mit 52 Jahren verstarb, mussten seine Frau Sophie Friederike Karoline Dreisbach und ihre vier Kinder die Lehrerwohnung verlassen.

Sie zogen daraufhin in das sogenannte „kleine Witwenhaus“ gegenüber der Kapelle – das heutige Schüllarhammer 6.
Dies berichtet Sophie Dreisbach, die Ehefrau eines Enkels des Lehrers, in ihren Erinnerungen (Wolfgang Birkelbach, Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins, Band 83, 2019).

Das Haus war damals noch nicht in dem Ausbauzustand, den wir heute kennen. Warum die Familie gerade dorthin zog, ist unklar. Möglicherweise hatte sie früher schon dort gewohnt. Zudem gab es familiäre
Verbindungen zu den einflussreichen Castringius – der Großvater der Witwe war der Hammerpächter, Wirt und Schultheiß Christoph Castringius.

Die Lehrerfamilie Hoffmann

Nach Dreisbachs Tod übernahm Leonhard Hoffmann (1827–1900), gebürtig aus Wiederstein, die Lehrerstelle und zog ins Schulhaus.

1853 heiratete er Katharina Friederike Dreisbach (1834–1917), Tochter der Witwe Dreisbach. Sie wurde von ihren Zeitgenossen als anmutige Frau Lehrer beschrieben, die Pfarrer sowie Fürst und Fürstin regelmäßig zu Kaffee und Kuchen empfing (Wolfgang Birkelbach, Blätter des Wittgensteiner Heimatvereins, Band 84, 2020).

Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 1880 zog das Ehepaar Hoffmann mit zwei Kindern in das nun verwaiste Haus. Sie verschönerten das Gebäude und entwickelten es zu einem stattlichen Anwesen.

Die nächste Generation Hoffmann

1900 verstarb Leonhard Hoffmann. Sein Sohn Otto Hoffmann (1856–1936), zuvor Lehrer in Laasphe, übernahm 1901 die Stelle in Schüllar.

Er hatte 1883 Luise Dickel (1862–1950) vom Schüllarhammer geheiratet, Tochter des Land- und Gastwirts Friedrich Dickel und seiner Frau Louise, geb. Böhl.

Luise und Otto Hoffmann bewohnten bis zu ihrem Tod das Erdgeschoss des Hauses.

Die Familie Uhe

Anfang der 1940er Jahre zog eine weitere Lehrerfamilie ein:
Heinrich Uhe (1876–1971) aus Alertshausen, ehemals Lehrer in Schüllar/Wemlighausen und später in Klafeld.

Er war verheiratet mit Lina Dickel, einer Schwester von Luise Hoffmann.
Im Ruhestand bezog das Ehepaar mit Tochter Erna Margarete „Grete“ Uhe (1904–2002) die erste Etage.

Grete Uhe blieb bis kurz nach 2000 im Haus wohnen.

Weitere Bewohner

In Teilen des Erdgeschosses lebte viele Jahre Karl-Heinz Dickel (1935–2013), Buchbinder vom Dödesberg, zusammen mit Paula Nölling (1927–2006). Beide waren kleinwüchsig und heirateten schließlich.

Die Erbengemeinschaft Hollinde

Vermieterin über Jahrzehnte war Ursula Hollinde aus Hagen (1911–2004), Urenkelin der Katharina Friederike Dreisbach. Ihre Tochter Ingrid Hollinde (1937–2023) nutzte das Erdgeschoss als Ferienwohnung und vermietete die obere Etage.

Eigentümerwechsel 2025

Im Jahr 2025 kaufte die bisherige Mieterin Melanie Tiemann das Haus samt Grundstück von der Erbengemeinschaft Hollinde.

Alter des Hauses

Das genaue Baujahr ist unbekannt.
Ein Gutachten bestätigt jedoch, dass das Haus sicher vor 1800 errichtet wurde. Mündliche Überlieferung spricht sogar von über 300 Jahren.

Zudem soll – laut Erzählungen von Ingrid Hollinde und Grete Uhe – im Haus früher Schulunterricht stattgefunden haben.
Dies ist plausibel, da Unterricht bis 1839 in gemieteten Schulstuben in Privathäusern stattfand.

Änderung vorschlagenLetzte Aktualisierung am 30. November 2025.