


Belzes Bollhorst (Auf dem Sand 5)
Das Haus „Auf dem Sand 5“ wurde ca. 1870 erbaut.
I. Generation
Johann Heinrich Belz (Schmied)
*12.10.1840 Schüllar – † 03.09.1886 Belzes
1. Ehe (1868) mit Luise Fuchs
*11.05.1849 Nölges – † 26.02.1876 Belzes
Kinder:
- 31.05.1873 Christine Luise – † offen
- 23.11.1875 Heinrich (siehe II) oo 1898 Wilhelmine Kroh aus „Zilox“, Schüllar
2. Ehe (1877) mit Elisabeth Lückel
18.07.1853 Spieses – † 14.08.1931 Berleburg, Schmiede Sonneborn
Kind:
- Karoline – † 16.10.1953 Berleburg
Elisabeth Belz, geb. Lückel, heiratete in zweiter Ehe am 30.08.1890 Ludwig Wilhelm Sonneborn
(03.12.1857 Girkhausen, „Krämers“ – † 10.12.1940 Schmiede Sonneborn, Berleburg).
Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor:
Georg (*1890), Wilhelmine Minna (*1892), Friedrich Wilhelm (*1895) und Emilie (1897).
(Hausbeschreibung siehe „Häuser in Berleburg“, Klaus Mengel, 2009, S. 36: Astenbergstraße 2 – erbaut 1912 durch Schmiedemeister Wilhelm Sonneborn.)
II. Generation
Heinrich Belz (Schmiedemeister)
23.11.1875 – † 27.07.1961, Sohn von I (1. Ehe)
oo 09.12.1898 Wilhelmine Kroh
13.09.1876 Schüllar, „Zilox“ – † 26.05.1938 Belzes
Kinder:
- 07.01.1900 Georg Heinrich (siehe III) oo 1925 Paula Harth aus „Schulze“, Schüllar
- 02.03.1903 Luise oo 1922 Georg Böhl (1896, „Michels“)
- 23.07.1909 Ernst oo Ottilie Weber (1921, „Bäckers“)
Die Eheleute Ernst und Ottilie Belz bauten ein Haus in Berleburg.
Ihre Tochter Ulla Belz war Lehrerin und Bürgermeisterin in Bad Berleburg.
III. Generation
Georg Heinrich Belz (Schmiedemeister)
07.01.1900 – † 15.06.1964, Sohn von II
oo 20.02.1925 Paula Harth
22.07.1902 „Schulze“, Schüllar – † 25.10.1985 Belzes
Kinder:
- 18.06.1927 Luise Paula – † 1986, oo 1949 Fritz Adolf Frettlöh (1920 – † 2002)
- 13.06.1931 Inge Ingeburg (siehe IV) oo 1955 Friedrich Wilhelm Bollhorst (1925, Ströhen)
IV. Generation
Friedrich Wilhelm Bollhorst
01.02.1925 Ströhen (heute Rahden) – † 23.02.2015 Haus am Sähling, Bad Berleburg
oo 03.06.1955 Inge Ingeburg Belz
13.06.1931 Belzes – † 06.04.2003 Siegen
Kinder:
- 17.10.1956 Heike – † 07.07.2023 oo Werner Jandorf
→ Die Eheleute leben in Hürtgenwald bei Düren, 1 Sohn Jörg (1987). - 19.04.1959 Elke oo Ralf Helbig
→ Die Eheleute leben in der Nähe von Düsseldorf. - 12.04.1960 Uwe (siehe V) oo 1986 Sabine Winter aus Bad Berleburg
V. Generation
Uwe Bollhorst
12.04.1960, Sohn von IV
oo 01.08.1986 Sabine Winter
04.02.1967 „Bodechrists“, Bad Berleburg
Kinder:
- 04.05.1987 Patrick
- 04.03.1989 Jens
- 24.10.1994 Tobias
Geschichte und sonstige Angaben zum Haus „Auf dem Sand 5 (Wohnhaus) und 6 (Werkstatt)“
Geschichte und sonstige Angaben zum Haus „Auf dem Sand 5 Wohnhaus und 6 Werkstatt“ entnehmen Sie bitte der angefügten Hausgeschichte (von Sabine Bollhorst, geb. Winter), August 2023.
Belzes heißen seit vier Generationen nicht mehr „Belz“, sondern „Bollhorst“.
Das alte Wohnhaus steht „Auf dem Sand 5“ und der Kern des Landmaschinenbetriebes direkt daneben „Auf dem Sand 6“. Der Betrieb hat sich über mehrere Generationen von einer Dorfschmiede mit Hufbeschlag und Herstellung von Äxten zu einem Landmaschinenbetrieb mit Metallbau entwickelt.
Aktuell arbeiten 28 Mitarbeiter inklusive fünf Familienmitgliedern in Wemlighausen und in der Filiale in Medebach. Uwe Bollhorst ist der Geschäftsführer und leitet den Bereich „Metallbau“. Sohn Patrick führt den Bereich „Landtechnik“ mit Verkauf und Werkstatt. Jens ist verantwortlich für die Melktechnik.
Die erste Schmiede war im Wohnhaus, in welchem man noch heute die Reste der Esse sehen kann. Im Laufe der Jahrzehnte wurden umliegende Grundstücke und Gebäude hinzugekauft, um Platz für den größer werdenden Betrieb zu schaffen.
Die Geschichte der Familie und der Firma war immer eng miteinander verbunden und das Arbeitsleben prägte den Familienalltag. Die Mitarbeiter (früher „die Jungen“ genannt) hatten und haben einen hohen Stellenwert für die Familie. In früheren Jahren saßen oft Mitarbeiter, Kunden oder fremde Monteure mit am Mittagstisch.
Die Familie Belz stammte ursprünglich aus Arfeld. Mit Johann Jacob Belz (*1733) und seiner Frau Maria Katharina Hesselbach begann der „Hemschlare Nebenstamm“, aus dem die Schüllar-Wemlighäuser Seitenlinie mit Johannes Belz (*1797) entstand. Die Mutter von Johannes Belz, Elisabeth Böhl (*1772), war bereits gebürtige Wemlighäuserin.
Nach aktuellen Erkenntnissen lebte die Familie Belz zunächst in Schüllar, bis Johannes Heinrich Belz (*1840 in Schüllar) und seine Ehefrau Luise Fuchs (*1849 aus Nölges) um 1870 das heutige Wohnhaus „Auf dem Sand 5“ erbauten.
Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: Christine Luise (*1873) und Heinrich (*1875). Luise Belz verstarb bereits 1876 und Johann Heinrich Belz heiratete 1877 Elisabeth Lückel (*1853 Spieses). Aus dieser Ehe wurde 1884 Karoline Belz geboren.
Nach dem frühen Tod von Johann Heinrich Belz im Jahr 1886 heiratete Elisabeth Belz 1890 Ludwig Wilhelm Sonneborn. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor.
Heinrich Belz (*1875) heiratete 1898 Wilhelmine Kroh aus Zilioux (*1876). Sie übernahmen gemeinsam den Betrieb (Handwerkskarte vom 01.09.1898). Aus dieser Ehe stammen die Kinder Georg Heinrich Belz (*1900), Luise Belz (*1903) und Ernst Belz (*1909).
Die Familie Sonneborn zog nach Bad Berleburg und gründete dort die Schmiede Sonneborn.
Der Schmiedebetrieb wurde in der nächsten Generation von Georg Heinrich Belz (*1900) und dessen Ehefrau Pauline Harth (*1902, Schulze) weitergeführt. In dieser Zeit machte man sich einen guten Namen mit der Produktion von Äxten und Werkzeugen (Eintrag in die Handwerksrolle vom 20.10.1942).
Georg Heinrich und Paula Belz hatten zwei Töchter, Luise (*1927) und Ingeburg (*1931). Damals war man enttäuscht, dass ein männlicher Nachkomme fehlte.
Nachdem die älteste Tochter Luise Fritz Adolf Frettlöh heiratete, war klar, dass die jüngere Schwester Inge die Schmiede der Eltern übernehmen würde. Da ihr Vater früh erkrankte, kümmerte sich Inge bereits als junges Mädchen mit großem Engagement um den Betrieb.
Bei einer Fortbildung lernte sie den Schmiedemeister Wilhelm Bollhorst (*1925) aus Preußisch Ströhen (heute Rahden) kennen. Nach ihrer Hochzeit im Jahr 1955 bauten beide im Unternehmen den schnell wachsenden Bereich der Landtechnik auf.

Werkstatt – Auf dem Sand 6
Neben dem Verkauf und der Reparatur von Landmaschinen wurden in der Schmiede weiterhin Teile für Kleinmöbel und den Fahrzeugbau, wie z. B. Schneeschilder, hergestellt.
Ab 1966 firmierte der Betrieb unter dem Namen „Wilhelm Bollhorst“.
Wilhelm und Inge Bollhorst bekamen drei Kinder: Heike (*1956), Elke (*1959) und Sohn Uwe (*1960). Während die Töchter nach dem Abitur studierten, absolvierte Uwe 1985 in München die Meisterprüfung zum Landmaschinenmechaniker.
1995 übernahm Uwe Bollhorst die Leitung der Firma, die fortan unter seinem Namen firmierte.
Uwe und seine Frau Sabine (*1967), geb. Winter (Bodechrist), haben drei Söhne: Patrick (*1987), Jens (*1989) und Tobias (*1994). Wie seit Generationen üblich, lebte die Familie als Großfamilie mit Inge und Wilhelm zusammen.
Im Jahr 2020 wurde das Einzelunternehmen in eine GmbH umgewandelt. Seitdem lautet der Firmenname „Bollhorst Landtechnik und Metallbau GmbH“.
Patrick arbeitet bereits seit seinem 15. Lebensjahr im Familienbetrieb und legte 2011 die Meisterprüfung im Landmaschinenmechaniker-Handwerk ab. Inzwischen arbeitet auch seine Ehefrau Madeleine (*1993) im Betrieb mit.
Jens, Industriemechaniker und Techniker, ist seit einigen Jahren ebenfalls im elterlichen Betrieb tätig. Sohn Tobias arbeitet als Mechatroniker in der Aufzugsbranche.
Seit 2019 wohnen Uwe und Sabine Bollhorst „Im Oberdorf 17“. Sohn Patrick lebt mit seiner Frau Madeleine und den Kindern seit 2022 „An der Lindenstraße 39“ in einem neu gebauten Eigenheim.
Die Zeit wird zeigen, wie sich die Firmengeschichte in der nächsten Generation in Wemlighausen weiterentwickelt.
