Kühhude 1

Kühhude
Abiturienten aus Cronau - Januar 1934
Duisburger in der Jugendherberge 1916
Jugendherberge Kühhude Schlafraum
Philipp erklärt eine Sense
Wandergruppe aus Essener Mädchenberufsschule - Juli 1931

Kühhude

Familienübersicht Kühhude

Nr. Person Eheschließung Partner/in Geboren Gestorben
1 Johannes Lauber oo 1801 Elisabeth Homrighausen *1771 / *1778 †1845 / †~1840
2 Johannes Georg Lauber oo 1828 Luise Lauber *14.08.1802 / *26.08.1808 (Christianseck) †25.08.1872
3 Johann Philipp Lauber oo ~1861 Johanna Katharina Eckelsbach *1834 / *05.07.1840 †20.04.1918 / †09.11.1885
4 Wilhelm Robert Philipp Lauber oo 1894 Katharina Elisabeth Luise Dickel *16.04.1865 / *25.08.1871 (Girkhausen) †27.08.1943 / †12.08.1954
5 Heinrich Althaus oo 1916 Luise Amalie Lauber (T. v. 4.) *02.09.1887 / *12.02.1896 †07.11.1955 / †10.04.1955

Die Geschichte der Kühhude

Ein Kanongut, 1753 als solches zum ersten Mal belegt – begann am Anfang des 18. Jahrhunderts, als zwei Kanonisten zur Kultivierung des fürstlichen Bodens angesiedelt wurden. Sie hatten lediglich den „Kanon“, den Erbzins, einen wiederkehrenden, privilegierten Jahreszins, zu zahlen und waren von anderen Abgaben, die die Bauern sonst leisten mussten, befreit. Sie mussten aber als Wächter ein Auge auf den Grundbesitz haben.

Sie gehörten bis Anfang des 19. Jahrhunderts keiner Gemeinde an; vielmehr hatten sie ihre Interessen dem Fürsten gegenüber selbst zu vertreten. Aufgrund der mit den Fürsten geschlossenen Verträge nahmen sie eine Sonderstellung gegenüber den übrigen Gemeindemitgliedern von Schüllar ein.

1808 gab es drei Häuser auf Kühhude: das Wohnhaus und ein weiteres Gebäude der Familie Lauber sowie das Wohnhaus der Familie Eckelsbach.

Johannes Georg Lauber hatte sieben Geschwister, die vom elterlichen Vermögen abgefunden werden sollten. Bargeld war rar, sodass es dazu kam, dass die Geschwister ein grundbuchrechtlich eingetragenes Aufenthaltsrecht erhielten – mit der Maßgabe „so lange es ihnen gefällt“. Das Aufenthaltsrecht der Geschwister war kostenfrei.

Schließlich sah sich 1863 Johannes Georg Lauber gezwungen, den gesamten Grundbesitz an den Förster Korngiebel zu Vorwald bei Oberkirchen zu verkaufen. Seine Eltern hatten ihm den Grundbesitz mit erheblichen Lasten übertragen: Zins- und Tilgungsleistungen sowie das Aufenthaltsrecht seiner Geschwister. Als dann noch das Wohnhaus abbrannte, sah er nur noch den Verkauf als Ausweg.

Allerdings endet damit die Ära der Laubers auf Kühhude nicht, da Johann Philipp Lauber, Sohn von Johannes Georg, am 25.12.1865 den Grundbesitz zurückkaufte.

Die Jugendherberge Kühhude

Anfang 1912 hatte der Lehrer Schirrmann in Altena eine Jugendherberge gegründet. Wenige Monate danach entstand auch auf Kühhude eine Jugendherberge, gegründet von Philipp Lauber. Ein Schriftverkehr per Postkarten zwischen Herrn Schirrmann und Herrn Lauber zeigt die zu klärenden Fragen auf:

  • Schirrmann: Wo ist die Herbergsgelegenheit? Scheune?
    Lauber: Oder Heuboden.
  • Schirrmann: Wie viele Lager?
    Lauber: Soviel wie kommen.
  • Schirrmann: Mit oder ohne Decken?
    Lauber: Haben vorläufig zehn Decken.
  • Schirrmann: Was kostet ein Nachtlager pro Kopf?
    Lauber: Mit Decken 30 Pf, ohne Decken 20 Pf; gelegentlich 10 Pf ohne Decke und 20 Pf mit Decke.
  • Schirrmann: Kann man im Hause oder in der Nachbarschaft Milch, Butter und Eier kaufen?
    Lauber: Brot immer, sonstige Sachen, solange es reicht.
  • Schirrmann: Darf man auf dem Hof oder auf einer dafür bestimmten Stelle abkochen?
    Lauber: Zum Abkochen.
  • Schirrmann: Wann ist die Herberge zu besuchen?
    Lauber: Jederzeit.

Nach dem postalischen Austausch besuchte Herr Schirrmann Kühhude, und Herr Lauber schrieb:

„Geehrter Herr Lehrer Schirrmann. Sollten Sie nun mit unserer Herbergslage zufrieden sein, so sind wir auch einverstanden damit, dass Sie die Sache veröffentlichen.“

Nachdem Philipp Lauber sich bereit erklärt hatte, die Strohlager ohne Decke für 10 Pf und mit Decke für 20 Pf den Gästen zu überlassen, wurde im August 1912 der Betrieb aufgenommen.

Ein altes Foto aus dem Sommer 1912 zeigt eine Gruppe von 23 Leuten vor der Herberge. Alte Gästelisten belegen, dass im Zeitraum vom 22.08.1913 bis 04.10.1913 insgesamt 64 Gäste in der Jugendherberge waren. Diese Gäste kamen z. B. aus Bochum, Gießen, Essen, Hagen, Düsseldorf, Hamm, Köln, Dortmund … und gehörten folgenden Berufsgruppen an: Pfarrer, Reallehrer, Rektoren, Sattler, Kaufmann, Fabrikant, Ingenieur, Ärzte, Schmiedemeister … aber auch Gymnasiasten, Studenten … Diese alle fuhren „in die Sommerfrische“, wie es damals hieß.

Der 7. August 1932 war ein schwarzer Tag für Philipp und Luise Lauber, denn in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch brannte die Jugendherberge bis auf die Grundmauern und Reste des Pferdestalls nieder. Die Herberge war mit 20 jungen Leuten belegt, die rechtzeitig gewarnt wurden und sich in Sicherheit bringen konnten. Nur ein Student und ein Schüler zogen sich beim Sprung aus dem Fenster Knochenbrüche zu.

Die Brandursache wurde nicht geklärt. Die Familie Lauber ließ sich jedoch nicht entmutigen, denn trotz allem ging der Betrieb der Jugendherberge unvermindert weiter. Im Wohnhaus der Eheleute wurde – wie in den Anfängen – das Obergeschoss für die Gäste hergerichtet, und die Gäste kamen.

Zeitgleich begann man auch mit dem Wiederaufbau, sodass am 27. Dezember 1932 die neu aufgebaute Jugendherberge wieder bezogen werden konnte. Die ersten Gäste schrieben in das Herbergsbuch:

„Als erste Gäste der neu erbauten Herberge wünschen wir den lieben Herbergseltern alles Gute und viel Freude an dem Treiben an dieser schönen Stätte.
Skiclub Sauerland und Skiclub Düsseldorf.“

Nach der Zeit als Jugendherberge war auf Kühhude ein Schullandheim für Schulen aus Düsseldorf untergebracht. Später wurde dort ein Café eingerichtet.

Quelle: Kühhude von Elke Metzger-Althaus

Änderung vorschlagenLetzte Aktualisierung am 3. November 2025.