An der Lindenstraße 12

An der Lindenstrasse 12 - 2025
An der Lindenstrasse 12 - 1950
An der Lindenstrasse 12 - 1930

Aderhold / Dickel – „Lotzes“
An der Lindenstraße 12 · frühere Haus-Nr. 71

Fotos ca. 1930 – ca. 1950 – sowie 2025

Familien- und Besitzerfolge

I
Ludwig Aderhold * 11.12.1865 + 18.05.1932 Lotzes, oo 1893 Katharine Wahl * 29.06.1866 Neuhäusers + 17.02.1929 Lotzes.

8 Kinder:
17.04.1893 Helene + 14.02.1894 Diphterie
10.12.1895 Karoline + 10.11.1961 oo 1917 Friedrich Aderhold * 20.03.1887 + 1972
Die Eheleute lebten in Mines Haus, Heiderbrücke 13.
23.05.1897 Anna + offen oo 1922 Hubert Bachem * 20.04.1893 + offen
Die Familie wohnte in Köln.
15.11.1898 Ludwig oo 1922 Emilie Schlapbach * 23.09.1903 Krohjosts
Ludwig & Emilie bauten das Haus an der Heiderbrücke 15. Sie zogen später nach Berleburg und sind von dort ins Siegerland gegangen zu ihren Kindern.
16.11.1900 Heinrich s. II oo 1925 Karoline Böhl aus Michels
12.12.1901 Adolf + 00.00.1937 oo 1934 Wilhelmine Minna Wahl * 1910 + 1985
30.04.1904 Ernst oo 1929 Lina Riedesel * 31.07.1909 + 1993 Pioniers
19.02.1906 Otto oo 1930 Karoline Lina Lückel * 08.05.1911 + 1991
Otto und Lina führten die Gasstätte Aderhold „Auf dem Keller“ in Wemlighausen.
Otto + 30.05.1987 in Wemlighausen.

II
Heinrich (Heiner) Aderhold * 16.11.1900 + 17.07.1985, Sv I, oo 1925 Karoline Lina Böhl * 07.09.1902 Michels + 14.10.1984 in Lotzes, Wemlighausen.

3 Kinder:
22.12.1925 Erwin Heinrich oo Erika Raube aus Herringhausen, Niedersachsen
10.12.1930 Irmtraut oo 1953 Fritz Gustav (Friedel) Krämer * 24.11.1930
Die Familie lebte in Bad Berleburg, Friedel war Land- u. Gastwirt.
07.10.1940 Gudrun s. III oo 1960 Horst Dickel * 28.03.1936 Dickelkarls

III
Horst Dickel * 28.03.1936 in Dickelkarls, Im Gängelchen, + 22.06.2025 in Lotzes, An der Lindenstraße 12, oo 1960 Gudrun Aderhold * 07.10.1940, Tv II.

3 Kinder:
06.06.1960 Angelika oo 1979 Peter Haas aus Bad Berleburg
19.08.1963 Horst Heinrich oo 1986 Heidi Bald aus Dotzlar
02.08.1971 Jochen oo 1991 Maike Hoffmann aus Wingeshausen

IV
Franziska Haas, Tv Angelika (s. III), oo Peer Grund, Sv Wolfgang Grund ehemals Tilges.

3 Kinder:
Johann
Helene
Ferdinand

Hausgeschichte – Haus Dickel „An der Lindenstraße 12“

früher Haus Nr. 71 („Lodzes“, nach dem Erbauer Ludwig-Lod.)

Am 14.02.1893 heiratete Ludwig Aderhold die Katharine Wahl. Anfang des 20. Jahrhunderts bauten die beiden ein Haus, damals Haus Nr. 71 in Wemlighausen (heute „An der Lindenstraße 12“). Ludwig gründete 1906 mit seinem Schwager und Nachbarn Christian Wahl ein Tiefbau-Unternehmen. Wir feierten 2006 das 100-jährige Bestehen und das Unternehmen wird heute in 4. Generation von Jochen Dickel als Horst Dickel GmbH, Straßen- und Tiefbau geführt.

Ludwigs Frau Katharine begann um die gleiche Zeit mit einem Kolonialwarenladen (Gemischtwaren). Dieser wurde auch über drei Generationen im Haus betrieben, bis 1968. Es gab alles, was man auf dem Dorf für den täglichen Bedarf brauchte. Später – Anfang der 60er Jahre – wurde der Laden vergrößert und zu einem Selbstbedienungsladen umgebaut.

Als ich Kind war, hatten wir diese alte Ladeneinrichtung noch. Ganz unten im Regal gab es Waschmittel Persil, Henko zum Einweichen der Wäsche und Sil zum Bleichen der Wäsche. Es gab Kernseife, Feinseife wie Palmolive und Lux. Es gab auch Politur für die Herdplatte, welche man samstags immer polierte. Dann waren zwei Reihen Schubladen, in den Zucker, Salz und verschiedene Nudeln gelagert wurden. Unter der Theke war eine große Schublade mit Mehl. Es war alles lose Ware und wurde in Tüten abgewogen. Sirup und Marmelade wurden in Eimern geliefert. Öl in Metallbehältern und Senf und Essig in Steinguttöpfen. Auch Bratheringe oder Rollmöpse wurden lose aus einer großen Dose verkauft. Die Kunden brachten dafür Behälter oder Teller mit. Selbst Maggis Würze wurde aus einer großen Flasche abgefüllt. Ein Fass Salzheringe stand im Herbst und Winter im Keller. Bonbons, Himbeeren- und Zitronenbonbons waren lose in Bonbongläsern, Karamelle, Storcks Riesen, gab es 5 Stück für 10 Pfennige. Für die Süßigkeiten kam der „süße Onkel“ mit seinem Süßwaren-Koffer, um seine Ware anzubieten. Oetkers Pudding, Backpulver und Schokolade gab es, Kathreiners und Lindes Ersatzkaffee, auch mal Bohnenkaffee von Vox (da kam extra ein Vertreter). Die anderen Lebensmittel von Edeka waren in Berleburg in der Bahnhofstraße (heute Krug).

In dem Laden gab es auch ein Regal mit Stoffen: Schürzenstoffe, Kleiderstoffe, Nessel und Leinen. Es gab Unterwäsche für Kinder und für Erwachsene, Wolle für Strümpfe, Stopfgarn und Strick- und Häkelnadeln. Die Textilien wurden von einer Firma Schrag aus Siegen geliefert. Da besuchte uns ein Vertreter, der die Muster in Koffern dabeihatte. Es war immer eine große Sache, wenn er die Koffer in unserer Küche auspackte und wir Waren aussuchten.

Porzellanwaren kamen von einer Firma Schmitz aus Werl, auch hierfür kam regelmäßig ein Vertreter. Sammeltassen, Tortenplatten, Kaffeegeschirr, Teller, Schüsseln und Einmachgläser wurden verkauft.

Schulhefte, Bleistifte sowie Trauer- und Glückwunschkarten lieferte die Firma Schlapbach aus Berleburg. Auch da kam ein Vertreter (Fritz Aderhold – Hirte Fritz).

Die Vertreter schrieben alles per Hand ins Auftragsbuch. Wir führten nur ein Kassenbuch, wo abends die Tageseinnahmen eingetragen wurden.

Ladenzeiten gab es nicht. Der Eingang des Ladens war vom privaten Flur aus. Wenn jemand kam, ging man mit dem Kunden in den Laden. Verwandtschaft kam oft extra abends, dann war etwas mehr Zeit.

Das Ehepaar Ludwig und Katharine war sehr fleißig. Sie bewirtschafteten auch eine kleine Landwirtschaft, wie damals in jedem Haus in Wemlighausen. Kuhstall für zwei Kühe, Schweine- und Hühnerstall waren im Kellergeschoss unter dem Wohnhaus. In einem späteren Anbau wurden in einem Kellerraum (darüber war der Heuboden) im Winter Holzlöffel gefertigt, da es damals noch keine staatliche Unterstützung in der Winterzeit gab.

Als die Gastwirtschaft der Familie Lückel „Auf dem Keller“ keinen Mann im Haus hatte, übernahm Ludwig mit seinen Söhnen (er hatte fünf Söhne und zwei Töchter) auch noch die Wirtschaft. Der jüngste Sohn Otto heiratete später eine Tochter des Hauses, Lina, und führte die Gastwirtschaft als Kellerwirt weiter und vergrößerte sie später.

Das Haus „An der Lindenstraße 12“ wird heute von Gudrun, der Enkelin von Ludwig & Katharine Wahl, und der Ur-Ur-Enkelin Franziska mit Ehemann Peer Grund und ihren drei Kindern Johann, Helene & Ferdinand bewohnt.
(Gudrun Dickel, geb. Aderhold)

Änderung vorschlagenLetzte Aktualisierung am 2. Februar 2026.