Am Schulweg 20

Am Schulweg 20

Familie Seifart (Am Schulweg 20)

Hausbau 1949 -1952 Am Schulweg 20.

I
Ernst Seifart * 09.10.1906 Meckhausen + 24.09.1989 Am Schulweg 20, oo 22.11.1929 Lina Kebel *09.10.1906 in Lisbeths, Heiderbrücke + 31.03.1992 Seifarts Am Schulweg 20.
2 Söhne:
12.07.1934 Bringfried s. II oo 1954 Elisbeth Elfriede Türchan *1935
26.03.1938 Dieter Ernst + 20.11.2021 – wohnte Berlinerstraße 43, Blb.

II
Bringfried Seifart * 12.07.1934 (Anstreicher) + 11.03.2023, oo 18.06.1954 Elsbeth Elfriede Türchan * 20.12.1935 + 2017. Ehe wurde geschieden, Elsbeth schloss eine 2. Ehe mit Heinrich Otto Nölling in Bad Berleburg.
2 Kinder:
1954 Harald s. III
1956 Angelika oo Lothar Stark aus Bad Berleburg wohnen, Poststr 65, 3 Kinder.

III
Heute wohnt Harald mit Familie in Seifarts am Schulweg 20.

Geschichte erzählt von Bringfried Seifart.

Bringfried hat erst mit seinen Eltern bei Lisbeths gewohnt, sie mussten dort ausziehen, weil im Haus ein Knebel bleiben sollte. Dann zogen sie bei Dienst ein, danach bei Klooses. Frau Lennart mit drei Kindern wohnte auch da sowie Klooses mit Schusterwerkstatt.

Von 1949–1952 wurde im Schulweg gebaut. Das Grundstück war von Pöppels in Schüllar und wurde über die Kirchengemeinde getauscht.

Bringfried wollte das 9. Schuljahr in Berleburg machen, als ihm sein Vater jedoch eine Lehrstelle beim Anstreicher Bald (hinter der AOK) besorgt hatte. Der Lehrer Graf musste das befürworten. Er konnte die Lehrstelle antreten, aber nur unter der Bedingung, dass er ein Werkstattwochenbuch führte und es wöchentlich ihm vorlegte. Am Anfang hat Lehrer Graf alle Fehler, samt Satzzeichen, mit Rot angestrichen, und Bringfried hat sich geärgert.

Die Berufsschule war über dem Krankenhaus in einer Holzbaracke – später Altersheim.

Als Hitlerjunge musste er mit und auf der Kühhude Panzersperren bauen (indem sie Bäume fällten). Das wurde schnell wieder verworfen, da die Panzer doch ein wenig stärker waren als ein paar gefällte Bäume (alte Driesch, alte Kappelieses).

Die Mutter konnte gut nähen und blieb auch schon mal ein paar Tage weg, wenn die Leute sie zum Lappen oder neue Kleider nähen riefen. Es wurde meist in Naturalien abgerechnet.

Nach dem Krieg sollte ein Kirchgeld erhoben werden, es musste nach Berleburg abgeführt werden. Der alte Seifart, der alte Spies sowie der alte Fischer haben sich eingesetzt, und es wurde wieder abgeschafft.

Als Bringfried 14 und 15 Jahre alt war und sie bei Dienst gewohnt haben, ist er oft in Frettlöhs gewesen und hat dort ein wenig geholfen (Säcke mit Heu gestopft als Sitzbank für die Pferdefuhrwerke, den Pferdestall gemistet usw.). Der Vater von Fritz Adolf sen. handelte damals schon mit Pferden (Füchse), besorgte den Leuten Pferde, auch schon mal unangefahren. Das Anfahren machte dann Fritz Adolf sen. selbst – er machte das gut.

Einmal hat Bringfried eine Handelskuh von Hackenbracht (Christianseck) bis nach Berleburg an den Bahnhof getrieben (Brücher, langer Wald und beim Balds Ernst runter). Am Bahnhof wartete dann der Frettlöh und die Kuh wurde dort im Waggon verschickt. Als Lohn gab es gutes Essen bei Frettlöhs. Die Damen des Hauses (alte Frau Frettlöh sowie Frau Engebart) trugen stets weiße Schürzen; es wurde nicht eher gegessen, bis alle am Tisch waren.

Die Geschichte wurde aufgeschrieben von Anne Grauel, 2023.

Änderung vorschlagenLetzte Aktualisierung am 2. Februar 2026.