

Frettlöhs/Schneiders
Aussiedlerhof: „Am Afflerbach 1“
Lt. Buch von Herrn Mehldau Nr. 13
frühere Haus-Nr. 3
I
Weigand Schneider * 1576u
II
Johannes Krämer, gen. Schneider * 1604 +?
oo 1634
Elis. Homrighausen * 1609u + 1636
III
Johannes Hackenbacht * 1614u + 1699 (Durch Kauf)
oo 1611
Gertrud Kroh * 1624 + 1687
IV
Joh. Christian Hackenbacht * 1651u + 1727 (Sv III)
oo 1678
Regina Born * 1653u + 1699
V
Joh. Conrad Hackenbracht * 1681 + 1750 (Sv IV)
oo 1702
Anna Barbara Althaus *1683 + 1730
VI
Joh. Hermann Dittmann * 1704 + 1768 (Schwiegersohn)
oo 1731
Elis. Gertr. Hackenbracht*1707 +1761
VII
Johannes Dittmann * 1733 + 1794
oo 1755
Kath.Elis. Hackenbracht*1728 + 1795 (Sv VI) aus Diedenshausen Schulze)
VIII
Johannes Dittmann * 1758 + 1821 (Sv VII)
oo 1782
Anna Barbara Böhl * 1749 + 1816 geboren in Enes
VIV
Friedrich Dittmann * 1783 + 1847 (Sv VIII)
oo 1807
Elis. Gertrud Belz * 1781 + 1857
X
Ludwig Dreisbach * 1800 + 1865 (Schwiegersohn aus Rinthe)
oo 1830
Kath. Dittmann * 1812 + 1881 (Tv VIV)
XI
Friedrich Ludwig Dreisbach * 1831 + 1908 (Sv X)
oo 1859
Anna Gertr. Womelsdorf*1831 + 1895 geboren in Schüllar/Schreiners
XII
Friedrich Ludwig Dreisbach *1860 + 1938 (Sv XI)
oo 1885
Luise Born * 1865 + 1898 geboren in Berghausen Sanerts
XIII
Adolf Frettlöh * 1889 + 1958 (Schwiegersohn aus Erndtebrück
oo 1919
Luise Dreisbach * 1892 + 1985 (Tv XII)
2 Kinder:
1920 – Fritz Adolf
1927 – Hans Ulrich – geht als Hofverwalter auf den Hof „Wehmeier“ in Halle i.W. Borgholzhausen, diesen Hof erbt er später, da es keinen leiblichen Nachfolger gab. Er bewirtschaftete ihn mit seiner Frau Lore, den Namen Wehmeier wurde von ihm angenommen. Er starb 2021 als Hans-Ulrich Wehmeier.
XIV
Fritz Adolf Frettlöh * 1920 + 2002 (Sv XIII)
oo 1949
Luise Paula Belz * 1927 + 1986 geboren in Belzes – Auf dem Sand 2
2 Kinder:
1950 – Ulrike
1953 – Fritz-Adolf s. XV
XV
Fritz-Adolf-Heinrich Frettlöh * 1953 (Sv XIV)
oo 1975 Jutta Willert * 1955 in Wingeshausen
3 Kinder:
1975 – Carsten – s. XVI
1977 – Ulrich – siehe Haus Im Heidebach 2
1980 – Jochen – siehe Haus Auf der Heide 18
XVI
Carsten Frettlöh *1975 (Sv XV) geb. in Bad Berleburg
oo 2000 Sandra Althaus * 1977 aus Arfeld, Tv Ute Althaus
2 Kinder:
2003 – Lea
2004 – Luisa
Der Hof hieß ursprünglich „Kirchenschneiders“.
Hier ist um 1625 Johannes Krämer eingezogen, weshalb er in manchen Registern als Johannes Schneider aufgeführt wird. Seine Frau, Elisabeth Homrighausen, erlag knapp zwei Jahre nach der Hochzeit der Pest, unmittelbar nachdem sie eine Tochter zur Welt gebracht hatte.
Familiengeschichte Frettlöh „Schneiders“
Der Name Frettlöh kommt von Erndtebrück. Adolf Frettlöh, Viehhändler (1889–1958), heiratete 1919 Luise Dreisbach (1892–1985). „Schneiders“ wurde 1755 erbaut. Nach Überlieferungen soll der Hof vor dem Rüsselsbachtal gestanden haben und dann weiter marienwasserabwärts neu errichtet worden sein.
Adolf Frettlöh brachte so den Viehhandel nach Wemlighausen. Auch sein Vater, Großvater und Urgroßvater waren schon Handelsmänner. Sie bekamen zwei Söhne: Fritz-Adolf (1920–2002) und Hans-Ulrich (1927–2021).
Hans verließ Wemlighausen und ging als Hofverwalter auf den Hof Wehmeier in Halle in Westfalen (Borgholzhausen). Diesen Hof erbte er später, da dort keine Nachkommen waren. Er bewirtschaftete ihn mit seiner Frau Lore weiter und nahm den Namen Wehmeier an.
Fritz-Adolf blieb zu Hause auf dem Hof und führte auch den Viehhandel weiter. Er war ein Gewährsmann (jemand, auf dessen fachkundige Aussage oder Auskunft man sich beziehen kann). 1949 heiratete er Luise Paula Belz. Sie bekamen zwei Kinder: Ulrike (1950) und Fritz-Adolf-Heinrich (1953).
Ulrike heiratete 1970 nach Dickel (Kempers) in Schüllar. Fritz-Adolf-Heinrich heiratete 1974 Jutta Willert (1955). Er wurde ebenfalls Viehhändler. Auf dem Hof wurde jedoch auch immer gemolken: 12–15 Kühe standen im Stall. Im Sommer wurde am Melkwagen gemolken, der im Rüsselsbach und am Laibach stand.
Am 1.7.1975 fiel der Hof den Flammen zum Opfer. Durch einen Steinschlag im Gebläse während der Heuernte haben Funken das Feuer entfacht, und er brannte komplett ab. Auf dem Haus war die Feuersirene befestigt, Luise hat selbst den Feuermelder gedrückt. Im Dorf herrschte eine großartige Solidarität.
Fritz-Adolf und Jutta (schwanger mit Carsten) konnten sich bei Sonneborn (Peiwels) ein Zimmer mieten, Fritz-Adolf sen. und Luise kamen bei Bollhorst (Belzes) unter. Luise (geb. 1892) wurde von ihrem Sohn Hans Wehmeier abgeholt und blieb den Sommer dort. Wir als Familie wohnten tagsüber im „alten Gefrierhaus“, das Alfred Willert (Vater von Jutta) etwas wohnlich hergerichtet hatte.
Die Überreste des abgebrannten Hofes wurden eine Woche nach dem Brand von der Firma Dickel zusammengeschoben und in das Afflerbachsloch abgefahren. Heute steht unser Geräteschuppen darauf. Die Dorfmitte von Wemlighausen war verschwunden.
Nach vier Wochen wurde entschieden, dass wir „Am Afflerbach“ neu bauen: einen Stall für ca. 60 Tiere. Luise bestand darauf, dass Haus und Hof getrennt voneinander gebaut wurden. Am 28.9.1975 wurde Carsten geboren. Er war dann auch bei Sonneborn (Peiwels) mit untergebracht, und Tante Lenchen hat oft nach ihm geschaut.
Der Viehhandel lief weiter und gemolken wurde weiterhin am Melkwagen. Die Milch wurde bei Dickel (Kiepe) gekühlt und abgeholt. Den neuen Stall baute die Fa. Burmann (Westfeld), das Wohnhaus Alfred Willert (Wingeshausen).
1975 war ein heißer Sommer, und es hat nicht viel geregnet. Das Richtfest war im September 1975, es wurde tüchtig gefeiert und viel getrunken. Das Vieh kam in den neuen Stall. Als Frost und Schnee mehr wurden, stopfte man Fenster und Türen mit Strohballen zu. Weihnachten 1975 war die Familie wieder zusammen „Am Afflerbach“. Es wurden 22 Kühe gemolken.
1977 wurde Ulrich Frettlöh geboren und 1980 Jochen Frettlöh. Luise Frettlöh (geb. 1892) starb im September 1985. Luise, geb. Belz (1927), starb im April 1986 an Darmkrebs; sie wurde nur 57 Jahre alt. Fritz-Adolf-Heinrich baute eine erfolgreiche Haflingerzucht auf.
Im Jahr 2000 heiratete Carsten Sandra Althaus aus Arfeld. Sie bekamen zwei Töchter: Lea (2003) und Luisa (2004). 2002 starb Fritz-Adolf (geb. 1920). Er war ein Viehhändler durch und durch, er kannte Land und Leute und wusste viel aus dem Viehhandelsleben zu erzählen.
Ulrich baute 2002 ein Haus am Bockeshorn, es wurde aber zwei Jahre später wieder verkauft für den „Heidebach oben“, den er mit Valerie Löcker aus Wingeshausen renovierte. Sie heirateten 2006. Ihre Kinder: Luise (*04.05.2011, †31.01.2014, 2½ Jahre alt), Oskar (*2014) und Xaver (*2016). Die Ehe von Ulrich & Valerie wurde 2025 geschieden.
Jochen baute 2010 ein Haus „Auf der Heide“ und heiratete 2012 Bianca Riedesel aus Wemlighausen. Ihre Söhne: Alexander (*2013) und Johannes (*2016).
„Am Bockeshorn“ baute Carsten 2011/2012 zwei Ferienhäuser. Im Jahr 2016 wurde der Stall vom Anbindestall in einen Boxenlaufstall mit Melkroboter umgebaut. Heute werden 40 Kühe mit dem Melkroboter gemolken. In den Jahren 2021/22/23 fiel der Wald fast vollständig dem Borkenkäfer zum Opfer.
Fritz-Adolf-Heinrich betreibt weiterhin den Viehhandel. Carsten ist halbtags Hausmeister in der Grundschule „Odeborntal“ und führt die Landwirtschaft auf dem Hof mit seiner Familie fort.
Geschichte aufgeschrieben von Jutta Frettlöh, geb. Willert.
Im Haus „Am Afflerbach“ wohnen heute:
Fritz-Adolf-Heinrich & Jutta Frettlöh
Carsten & Sandra Frettlöh mit ihren Töchtern Lea & Luisa
Wemlighausen, 28.08.2025/Süreth
