Vereine und VerbändeCVJM Schüllar-Wemlighausen
CVJM-Arbeit in Wemlighausen: Die Anfänge
In die Entstehungszeit des Posaunenchors innerhalb der evangelischen Gemeinschaft Wemlighausen im Jahr 1925 fällt auch die Gründungszeit des „Männer- und Jünglingsvereins“. Mit der Machtübernahme durch das Hitlerregime im Jahr 1933 wurden alle freien Vereine und christlichen Gemeinschaften von Staatswegen aufgelöst. Nach dieser Verfügung kam es am 12. Juli 1933 zu einem Anschluss des Vereins mit 14 Mitgliedern an den Kreisverband Biedenkopf-Wittgenstein. (Stichtag der Anmeldung war der 31.12.1932.)
Im ersten Fragebogen des Ev. Jungmännervereins Wemlighausen, zum Stichtag 31.12.1932, wurden folgende Mitglieder als Vorstand benannt:
- 1. Vorsitzender: Heinrich Wahl (Zehnschmidts)
- 2. Vorsitzender: Ernst Aderhold (Herde)
- Schriftführer: Rudolf Müsse
- Rechner: Theo Lauber (Bernhards)
Die Vereinsarbeit blieb aber trotz Anmeldung an die überregionalen Verbände nicht ohne Sorgen.
In einem Brief von Heinrich Wahl vom 31. Juli 1933 werden diese Schwierigkeiten geschildert.
Am 27. Januar 1937 führt der Vorstand in einem Brief an den westdeutschen Jungmännerbund aus, dass der Verein schon zwei Jahre ruht.
CVJM-Arbeit von 1945 – 2023
Die evangelische Jugendarbeit im westfälischen Raum wurde in den Nachkriegsjahren wesentlich geprägt von der missionarischen Verkündung der frohen Botschaft von Jesus Christus durch die Mitarbeiter des Westdeutschen Jungmännerbundes e. V. in Wuppertal. Wegweisend war die „Pariser Basis“ (1855), die als Grundlage der CVJM-Arbeit in aller Welt noch heute Gültigkeit hat.
Es wurde eine Freizeit mit Johannes Busch (Bundeswart des CVJM Westbund, Sitz Wuppertal) vom 15. bis 23. Januar 1949 geplant und durchgeführt. Für uns wurde diese Freizeit zum Neubeginn der Jugendarbeit im CVJM der Gemeinschaft Schüllar-Wemlighausen. Es wurde eine sogenannte Sonntagsschule aufgebaut.
Im Jahr 1952 übernahm Reinhold Lückel die Sonntagsschule in der Gemeinschaft Wemlighausen.
So entstand nach und nach auch die uns heute noch bekannte „Jungschar“.
1970 wurde mit einer Mädchenjungschar begonnen. Ursula Maaß und Elisabeth Wahl übernahmen die Leitung.
1977 wurde zum ersten Mal ein neuer Vorstand mit einer weiblichen Vertreterin gemeldet:
Vorsitzender: Reinhold Lückel, Stellvertreter: Willi Lückel, Schriftwart: Rahel Winderlich,
Kassenwart: Heinz Dienst.
1978: Beginn der Eichenkreuz-Sportarbeit im CVJM mit einer Sportjungschar.
Im Jahr 1983 trägt unser CVJM dem schleichenden Prozess der mehr und mehr Einzug gehaltenen Mädchenarbeit Rechnung (Gott sei Dank), indem sie auch formell gewürdigt wird durch eine Namensänderung in: CVJM = Christlicher Verein Junger Menschen Schüllar-Wemlighausen.
Ebenso werden ab diesem Tag auch die jungen Menschen aus Schüllar im Namen berücksichtigt und gewürdigt.
In die Sportarbeit steigen die Frauen auch ein und wir haben im CVJM eine Volleyball-Mixed-Gruppe und Mannschaft.
1989: Beginn mit dem Kinderturnen durch Elke und Maike Linde, besteht bis heute: nach Auflösung des Vereins jetzt unter dem Dach der Ev. Kirchengemeinde Bad Berleburg, Leitung: Anika Wahl.
Im Jahr 1990 verabschiedet der CVJM auf seiner Mitgliederversammlung eine neue Satzung und wird nun mit offizieller Anerkennung zu einem eingetragenen Verein und führt jetzt den Namen CVJM Schüllar-Wemlighausen e. V.
1992 vereint sich über das Volleyballspielen unser CVJM mit einer Gruppe aus dem ehemaligen Osten. Er geht eine Partnerschaft mit dem CVJM Dresden-Prohlis ein. Diese Partnerschaft hält über 25 Jahre und wird jährlich mit mindestens zwei gegenseitigen Besuchen gepflegt.

Ab 1994 beschäftigt sich der CVJM-Vorstand und die ev. Kirchengemeinde damit, andere Räume für die Kinder- und Jugendarbeit zu bekommen, da die gemeinsame Nutzung des Gemeindesaals nicht immer ohne Konflikte und größere Räumarbeiten für Frauenhilfe, Kindergottesdienst, Beerdigungskaffeetrinken … vonstattengeht. Die Kinder- und Jugendarbeit boomt. Der Verein hat 108 Mitglieder. (Siehe auch „Chronik Unter der Kirche 6, Ev. Kirchengemeinde Berleburg“.)
Am 23. Februar 1999 wechselte im auslaufenden Jahr der 100-jährigen Geschichte der Ev. Gemeinschaft Wemlighausen und nach fast 75-jährigem Bestehen des CVJM Schüllar-Wemlighausen noch einmal der CVJM-Vorstand:
- Vorsitzender: Klaus Aderhold
- Stellvertreterin: Annette Manche
- Schriftführer: Roland Tschosnig
- Kassenwart: Jochen Schröder
In den erweiterten Vorstand wurden neu berufen:
Mädchenarbeit: Maike Schröder und Posaunenarbeit: Heinrich Dickel.
Am 26.02.2000 beschließt die Mitgliederversammlung, Mitglied im Verein für Kultur- und Heimatpflege e. V. zu werden.
Im Januar 2001 ist das Mitarbeiterwochenende in Dagobertshausen (Schwalm-Eder-Kreis), um ein neues Motto und Leitlinien für unsere CVJM-Arbeit zu entwickeln.
Das Ergebnis des Wochenendes lautet:
Wir bauen in Gottes Hand ein offenes Haus für alle Menschen, um Jesus zu begegnen.

2003: Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte ist wohl die Durchführung der „Deutschen Eichenkreuzmeisterschaften“ im Volleyball Mixed in der Dreifachturnhalle auf dem Stöppel.
Teilnehmer außer dem CVJM Schüllar-Wemlighausen sind die Mannschaften aus: Dresden-Prohlis, Brügge, Ellmendingen, Graben-Neudorf, Ronsdorf, Annaberg und Berlin.

Im Jahr 2008 feiern wir unser 75-jähriges Jubiläum des Vereins inkl. 30 Jahre Eichenkreuzsportarbeit und 25 Jahre Volleyball in Verbindung mit dem CVJM-Kreisfest des Kreisverbandes Wittgenstein. Unser CVJM hat 170 Mitglieder, 10 unterschiedliche regelmäßig stattfindende Kinder- und Jugendgruppen, die von mehr als 20 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen
durchgeführt und begleitet werden.
Vorsitzende von der Gründung bis zur Auflösung:
- Heinrich Wahl (Zehnschmidts) 1933–1937?
- Fritz Aderhold (Herde) 1945?–1961
- Reinhold Lückel (Drechslers) 1961–1980
- Willi Lückel (Bau) 1980–1985 (in dieser Zeit ist Reinhold Lückel Kreispräses Wittgenstein)
- Reinhold Lückel 1985–1989
- Klaus Aderhold (Pioniers) 1989–2009
- Maike Schröder 2009–2013
- Stephan Wahl (Zehnschmidts) 2013–2025
Besondere Highlights der letzten 50 Jahre:
- Jungscharzeltlager für Jungen und Mädchen mit bis zu 40 Kindern auf dem Zeltplatz am Kiepekopf.
- Jugendkreis 2002: Teilnahme am europäischen Jugendfestival des CVJM-Weltbunds mit 22 Teilnehmenden.
- Jugendkreisfahrten mit der Bahn nach Dresden.
- Über 20 Open-Air-Volleyballturniere; Teilnahme mit bis zu drei Mannschaften, eigener Zeltküche und Selbstversorgung über Pfingsten; teils mit bis zu 120 Mannschaften aus ganz Deutschland.
- Seit 1992: Freundschaft mit dem CVJM Dresden-Prohlis.
- 1979–1983 Teilnahme am Mehrstunden-Mondscheinlauf um das Wasserschloss in Rheydt (einmal 2. Platz).
- Teilnahmen an Bundessportfesten (Bielefeld, Hagen, Minden, zweimal Wetzlar, Essen am Baldeneysee).
- Familienfreizeiten über den CVJM-Kreisverband Wittgenstein nach Norwegen, Korsika, Schweden und Elba.
Auflösung des CVJM
Im Jahr 2023 kommt das Ende mit der Auflösung des CVJM Schüllar-Wemlighausen e. V., nachdem es keinen Jugendkreis, keine Jungscharen, keine Volleyballgruppen und fast keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr gab. Es fehlten Aufgaben und Perspektiven.
Die Abstimmung erfolgt einstimmig bei einer Enthaltung.
Die Auflösung wurde am 28.04.2023 in der Mitgliederversammlung im Abenteuerdorf beschlossen.
Im Vereinsregister wurde am 28.07.2023 eingetragen, dass der Verein gelöscht ist.
Bis Seite 60 teilweise übernommen aus dem Heft „100 Jahre Ev. Gemeinschaft Wemlighausen“ von Luise Süreth am 13.10.2025.
Die genauen Daten und Ereignisse wurden durch Klaus Aderhold für die „Heimatchronik Schüllar-Wemlighausen“ zusammengestellt (Oktober 2025).
